Die Zusammenarbeit mit Basketballern ist Fluch und Segen zugleich. Aber ganz sicher niemals langweilig. Vor allem dann nicht, wenn der Größenwahn einsetzt. Wenn eine harmlose Promo-Aktion gekapert wird, um die Grenzen der eigenen Fähigkeiten auszuloten. Dann müssen in der Empfangshalle des Dortmund Airport die Gäste der großen Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Jubiläums die Köpfe einziehen. Denn anstatt normal auf die mobile Korbanlage zu werfen, geht es mit der Rolltreppe zwei Stockwerke nach oben, um von dort aus einen Treffer landen zu wollen. Und wie heißt es so schön: Weite Würfe, weite Rebounds … der Spruch hat sich an diesem Tag im April definitiv bewahrheitet.
Bei dieser Gelegenheit wird auch eine bereits bestehende Idee, ein spontaner Gedanke nochmals angesprochen. Eine Abmachung getroffen, die über den Sommer noch konkret in Form gegossen werden muss. Die zum Motto des Flughafens – Bringing people together – ebenso passt wie das, was Phoenix in den ProA-Playoffs vollbringen will. Die „Feuervögel“ wollen abheben, gen BBL durchstarten und dabei mehr als die 3.145 in der Ischelandhalle mitnehmen. Es geht darum, die ganze Stadt und die umliegende Region mit auf eine spannende Reise zu nehmen. Was könnte besser dafür stehen, als ein Teamfoto auf dem Vorfeld?
Was nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist. Immerhin ist ein Flughafengelände nicht für jedermann einfach zu betreten. Es gibt zu berücksichtigende Sicherheitszonen, einen laufenden Betrieb, vom Wetter ganz zu schweigen. Den Rahmen des Machbaren gibt der Airport vor. Ansprüche werden keine gestellt. Ob ein klassisches Motiv in der Abflughalle oder auf der Startbahn mit einer im Hintergrund majestätisch emporschwebenden Antonov (so viel zum Größenwahn) – alles kann, nichts muss.
Es wird grünes Licht von der Bezirksregierung eingeholt. Mit Fluggesellschaften gesprochen, die in Dortmund landen und deren Maschine lange genug am Boden bleibt, um als Hintergrundkulisse zu dienen. Der Austausch mit Hausmann & Mager gesucht, um abzuklären, ob der Phoenix-Bus verfügbar ist und ebenfalls mit aufs Bild soll. Im Trainingsplan nachgeschlagen, wann der Trip von der Bredelle zum Flughafen überhaupt am wenigsten den Rhythmus stört. Ach ja, die Trikots sollten zu dem Termin nicht gerade in der Wäsche, sondern im Idealfall parfümiert und gebügelt im Schrank liegen. Bälle nicht vergessen. Hat schon jemand Feierabend & Köster gefragt, wann sie können? Wäre ja nicht verkehrt, wenn jemand am Ende des Tages auch auf den Auslöser drückt.
Als alle Kästchen abgehakt und Eventualitäten geklärt sind, kann nur noch Petrus mit einem regennassen Streich für schlechte Laune sorgen. Doch die Nachmittagssonne meint es gut mit allen Beteiligten – wenngleich die Fotografen zumindest gern eine kleine Wolke am Himmel hätten, damit niemand die Augen zukneifen muss. Der Bus wird gekonnt vor dem Eurowings-Flieger geparkt – alles unter Wahrung des Sicherheitsabstandes zu den Tragflächen. Es geht bitte niemand über die fette rote Linie. Bis auf die Fotografen, die vom Verkehrsleiter persönlich an die Hand genommen werden.
An den Fensterscheiben sammeln sich plattgedrückte Nasen. Sowohl von den Fluggästen, für die es mit besagter Maschine nach Palma de Mallorca gehen soll, als auch weiteren Reisenden. Der Dortmund Airport ist dafür bekannt, dass die schwarzgelben Kicker regelmäßig von hier aus ihre internationalen Trips antreten. Aber große Jungs in kurzen Hosen und ärmellosen Jerseys gab es hier noch nie zu sehen. Doch wer weiß, was die Zukunft noch bringt. Vielleicht steigt der Phoenix-Tross dann nicht nach einer guten Dreiviertelstunde wieder in den Bus, um nach Hagen zurück zu fahren, sondern schießt die Startbahn entlang, um nach Bristol zu fliegen.
Ein Gedanke, der an Größenwahn grenzen könnte…
Mittwoch(t)
Es gibt so viele Geschichten rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.


