Mittwoch(t): Ohne einander geht es nicht

Das Karnevalswochenende steht vor der Tür. Valentinstag noch dazu. Und doch werden aktuell immer wieder Erinnerungen an Heiligabend wach. An jene Momente, in denen die wertvolle Zeit mit der Familie nochmals mehr an den Fokus rückt – und selbst Basketball einmal nur die zweite Geige spielt.

Es gibt durchaus Dinge, die verhandelbar sind. Raclette oder doch lieber Fondue – Spoiler: Es ist Raclette geworden. Bescherung vor oder nach dem Essen? Am zweiten Weihachtsfeiertag erst zu den Schwieger- oder den eigenen Eltern? Sollen sich die Erwachsenen gegenseitig zum x-ten Mal in Folge eine weiteres Paar Socken schenken, die dann bloß wieder in der Kommode anstatt am Fuß landen? Und überhaupt: Kommt der Weihnachtsmann durch den Kamin oder das Christkind durchs abgekippte Fenster? Oder machen die beiden gar gemeinsame Sache?

Darüber lässt sich gern und breit und auch hitzig diskutieren.

Definitiv gesetzt hingegen ist der Gang in die Kirche. Schließlich geht es auch darum, sich zu erinnern, worum es in der Weihnachtszeit geht. Woher unsere Bräuche kommen. Dass Völlerei und zerfetztes Geschenkpapier nur Nebenprodukte sind.

Um auch den Jüngsten gerecht zu werden, geht es schon nachmittags zur Christmette, in welcher von Kindern und Jugendlichen in schöner Tradition ein Krippenspiel aufgeführt wird. Mit Maria und Josef in den Hauptrollen. Was in der Vergangenheit gern bei Schafen oder Hirten zu Gesichtsausdrücken sorgte, die weit weg von Frohlockung oder Stolz anzusiedeln waren. Doch diesmal ist alles anders.

So beginnt die Darbietung mit Kaiser Augustus, der eine Volkszählung anordnete. Dass sich ein jeder einfinde in seiner Stadt, um sich registrieren zu lassen. Eine vermeintliche Randnotiz, wenngleich der Beginn der Erzählung, welche gemeinhin als gegeben und nebensächlich hingenommen wird. Doch ohne den Befehl keine Reise von Maria und Josef.

Ohne Augustus geht es nicht.

In Betlehem angekommen schreiten Maria und Josef von Tür zu Tür, um eine Bleibe für die Nacht zu finden. Immer und immer wieder werden sie zurückgewiesen. Die Türen bleiben verschlossen, so dass sich der Zimmermann und seine schwangere Frau nach einer Alternative umsehen müssen, welche vor den Toren der Stadt liegt.

Ohne die Wirte geht es nicht.

Während Maria in den Wehen liegt und den Heiland zur Welt bringt, erscheint den Hirten der Erzengel Gabriel, um ihnen von der Geburt Jesu zu berichten. Daraufhin machen sich Männer samt Herde auf den Weg zum Stall, den sie ansonsten mitten in der Nacht niemals aufgesucht hätten – geleitet durch einen Stern, welcher ihnen den Weg weist.

Ohne den Erzengel geht es nicht.

Nicht ohne die Sternschnuppe.

Nicht ohne die Hirten, die dafür Sorge tragen, dass sich die Botschaft überhaupt erst verbreitet.

Nicht ohne die Schafe, ohne welche die Hirten erst gar nicht in der Nacht hätten auf den Weiden verweilen müssen.

Nicht ohne Ochs und Esel, durch die in der Krippe eine muckelige Wärme vorherrscht.

Und wie die Kinder am Ende des Krippenspiels den tosenden Applaus bekommen, dien sie für ihre Darbietung mehr als verdient haben, zwängt sich ein wenig christlicher Gedanke auf. Vielleicht gibt es nämlich doch Parallelen zwischen dem Lukasevangelium und dem, was sich bei Phoenix tut. Wo jeder seine Rolle hat. Im Großen und im Kleinen. Und jeder wertvoll. Wichtig. Gesehen. Beachtet. Ein Rädchen, ohne das die Apparatur stillsteht. Ein Hebel, der viel bewegt. Der dafür sorgt, dass alles in Schwung bleibt. Noch mehr angetrieben wird. Auf den Rängen. Vor den Bildschirmen. Auf dem Parkett. Hinter dem Tresen. Am Anschreibetisch. Im Kassenhaus. In der Mittelstraße. Im Home Office. Frühmorgen und zu nachtschlafender Zeit.

Mit der Erkenntnis: Ohne einander geht es nicht.

Mittwoch(t)

Es gibt so viele Geschichten rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.