Starker Passgeber: Kyron Cartwright bediente seine Mannschaftskollegen mit 14 Assists. Foto: J. Laube

Phoenix gelingt im NRW-Duell der Coup

Die Feuervögel bezwingen die Bayer Giants mit 98:80. Keßen mit Double-Double, Cartwright mit 14 Assists.

Das war ein deutliches Signal – und so nicht unbedingt zu erwarten: Mit einem starken Auftritt im NRW-Duell gegen die Bayer Giants Leverkusen zeigte Phoenix Hagen am Samstagabend eindrucksvoll, dass die Saison längst nicht abgeschrieben ist. Neben Marcel Keßen, der ein Double-Double (22 Pkt./10 Reb.) auflegte, beeindruckte vor allem Kyron Cartwright, der gleich 14 (!) Assists lieferte und damit maßgeblich dazu beitrug, dass das gesamte Team zu starken Aktionen kam.

Dabei war das erste Viertel zunächst von gegenseitigem Abtasten geprägt. Wirklich absetzen konnte sich keines der beiden Teams, wenngleich sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt andeutete, dass die Feuervögel beim Rebound eine schwierige Aufgabe vor sich haben. Gleich 17 Offensiv-Rebounds des Gegners sind eigentlich zu viel – diesmal sorgte aber eine aggressive Defense auch bei den zweiten Wurfversuchen der Giants dafür, dass die Gäste diesen Vorteil am Brett nicht für sich nutzen konnten.

Viel Kommunikation in der Defense und eine enge Verteidigung – zunächst als Ganzfeldpresse und dann im eigenen Halbfeld als Zone – brachten die Leverkusener im zweiten Viertel in ernste Schwierigkeiten. Die Quote der Gäste sank zusehends, während Phoenix beinahe aus allen Lagen traf. 63 Prozent von der Dreierlinie und 73 Prozent im 2-Punkt-Bereich standen in der 15. Minute in den Stats der Feuervögel, wobei vor allem Cameron Delaney seine Mannschaft nach vorne trug. Mit einer Sechs-Punkte-Führung gingen die Feuervögel in die zweite Halbzeit – wo es dann ein Auf und Ab der besonderen Art gab.

Wenn im zweiten Viertel die Defense der Hagener schon glänzte, so legten sie in den Minuten 21 bis 26 noch eine Schippe drauf. Die Giants wurden zu Fehlern gezwungen, die ihre Quote massiv weiter sinken ließ – und ein Steal nach dem anderen, die mit schnellen Fastbreaks abgeschlossen wurden, führten zur immer klareren Führung. Nach einer 11:0-Serie lag Phoenix plötzlich mit 64:51 in Front (26.) und vieles sprach dafür, dass Leverkusen heute das Nachsehen haben würde. Eine Auszeit von Giants-Coach Hansi Gnad wendete aber das Blatt: Jetzt waren es die Gäste, die eine 9:0-Serie hinlegten und bis zum Ende des 3. Viertels auf 66:69 verkürzten konnten.

Das Schlussviertel versprach Hochspannung. Zu der kam es aber dank einer wie aufgedreht spielenden Phoenix-Mannschaft dann doch nicht! Zwei Dreier von Jermaine Bishop und Comebacker Daniel Zdravevski sowie ein Block von Marcel Keßen auf der anderen Seite des Spielfelds sorgten für einen Traumstart ins vierte Viertel. Geduldig suchten die Feuervögel den freien Spot und trafen weiterhin sicher von außen. Auch die Leverkusener Auszeit in Minute 35 beim Stand von 85:72 für die Gastgeber brachte keine Gefahr mehr fürs Hagener Spiel. Und als 59 Sekunden vor Schluss der erst 16-jährige Youngster Jordan Iloanya seine Premiere in der ProA feierte, hätte er fast noch für die Sahne auf dem Kuchen gesorgt – wenn Kyron Cartwrights Pass wenige Sekunden vor Ende der Partie Iloanya erreicht und dieser den 100. Punkt gemacht hätte. Dennoch hatten die Feuervögel allen Grund zum Jubeln – und können nun optimistisch in die nächste Partie am Mittwoch, 24. Februar, in Heidelberg gehen.

Phoenix-Headcoach Chris Harris: „Wir haben heute eine geschlossene Mannschaftleistung gesehen. Die Jungs haben füreinander gekämpft und selbstlos gespielt – allen voran Kyron Cartwright, der seine Mitspieler super in Szene gesetzt und die Mannschaft geführt hat. Er war die Selbstlosigkeit in Person und das war ansteckend für seine Teammates. In der Defense haben wir geackert und den Giants die Würfe erschwert. Auch wenn wir unterm Korb zeitweise unterlegen waren, haben wir umso mehr gefightet. An diesem Spiel hat man gemerkt, dass wir langsam auf die Beine kommen, die Mannschaft nimmt Fahrt auf, nachdem wir unseren Trainingsrückstand aufholen mussten. Zwei Wochen intensive Vorbereitung taten gut. Ob es die Fitness war oder auch der Zusammenhalt – all das hat heute einfach gestimmt.“

Scoring Phoenix Hagen: Bishop (14), Delaney (12), Cartwright (4), Iloanya, Giese (6), Keßen (22), Loch (4), Haney (4), Zdravevski (6), Lodders (15), Aminu (9), Baumann (2)

Hier gibt´s die gesamten Stats zum Spiel.

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