Joel Aminu (l.) war mit 20 Punkten Hagens Topscorer in Nürnberg. Foto: Sportfoto Zink

Einbruch im letzten Viertel: Phoenix verliert in Nürnberg

93:82 hieß es am Ende für die Nürnberg Falcons - nachdem die Hagener lange eine knappe Führung halten konnten.

Nürnberg Falcons - Phoenix Hagen 93:82 (23:26, 28:30, 15:13, 27:13)

 

Es war das erste Spiel nach langer Quarantäne-bedingter Spielpause – und dann begann der Tag auch noch mit drei Hiobsbotschaften: Nachdem Captain Dominik Spohr in der Woche bereits grippegeschwächt war, hat es fürs Spiel in Nürnberg am Ende nicht gereicht. Und auch Point Guard Kyron Cartwright konnte nicht mit nach Franken fahren, nachdem er im Training unglücklich umgeknickt war und sich eine Bänderdehnung zugezogen hatte. Hiobsbotschaft Nr. 3: Headcoach Chris Harris musste aufgrund des Verdachts auf Covid-19 sicherheitshalber ebenfalls in Hagen bleiben.

Und so übernahmen die Assistant Coaches Alex Nolte und Stanley Witt das Coaching an der Seitenlinie – und sie sahen zunächst einen couragierten Auftritt ihres personell geschwächten Teams. Mit Jannik Lodders, Javon Baumann, Jermaine Bishop, Joel Aminu und Cameron Delaney als Starter gelang den Feuervögeln zu Beginn – nach kurzer Anlaufschwierigkeit (0:6, 2. Minute) – genau das, was Headcoach Chris Harris zuvor gefordert hatte: das schnelle Spiel nach vorne.

Und weil dazu auch noch die Trefferquote stimmte, konnten sich die Hagener nach und nach absetzen. Beim 13:22 (7.) versprach eine 9-Punkte-Führung in Kombination mit starker Brett-Arbeit unserer Big Men Zach Haney und Javon Baumann einen gelungenen Freitagabend. Doch so leicht wollten es die Falcons den Feuervögeln dann doch nicht machen.

Das Junge-Team nutzte jede Nachlässigkeit der Gäste eiskalt. Und was im 1. Viertel zunächst noch hakte, nämlich das Spiel am Brett, gelang den Gastgebern im Laufe der Partie immer besser. Hinzu kam ein glänzend aufgelegter Jackson Kent auf Seiten der Nürnberger, der aus fast allen Lagen traf und am Ende mit 22 Punkten auch Topscorer der Partie war.

Währenddessen wirkte Hagen vermehrt müde – man merkte: Zwei Wochen Quarantäne lassen sich eben nicht so einfach abschütteln. Bekanntlich stand das Team erst seit vier Tagen wieder gemeinsam in der Trainingshalle – umso aufopfernder kämpften die Feuervögel, allen voran Joel Aminu, der auf Hagener Seite mit 20 Punkten Topscorer war. Jannik Lodders kratzte dank 9 Rebounds und 12 Punkten am Double-Double – und Cameron Delaney blieb aus dem 2-Punkte-Bereich sogar ohne einzigen Fehlwurf (5 von 5).

Allein: All das genügte am Ende nicht, um den Trainingsvorteil der Nürnberger wettzumachen. Nach Zach Haneys (umstrittenen) 4. Foul in der 28. Minute und einigen Unkonzentriertheiten in Hagens Offense übernahmen die Falcons das Zepter. Phillip Daubner drehte vollends auf und versenkte seinen 3er in der 33. Minute zur ersten Falcons-Führung seit Langem, ehe Marcel Pongo zum 76:71 und in der Folge auch aus schwierigster Lage zum 78:71 erhöhte.

Beim erfolgreichen Dreier von Bogdanov zum 83:73 (36.) ließ sich schon erahnen: Dieses Spiel würden sich die Gastgeber nicht mehr nehmen lassen. Und so war es dann auch… Zufrieden war „Ersatz-Headcoach“ Alex Nolte nach dem Spiel dennoch: „Das Team hat gekämpft und alles gegeben – ich hoffe, das haben die Fans zu Hause gesehen. Ich bin stolz auf die Leistung der Jungs. Man darf nicht vergessen, dass wir erst seit Montag wieder in der Halle standen. Unter diesen Umständen haben wir vor dem Spiel gesagt: Wir wollen nachher in den Spiegel schauen und alles gegeben haben. Das haben die Jungs definitiv!“

Nun gilt es, die Kräfte zu bündeln – und hoffentlich mit den wieder genesenen Dominik Spohr und Kyron Cartwright zum nächsten Spiel in Heidelberg zu fahren (15. November, 17 Uhr, Live auf Sportdeutschland.TV).

Hier geht´s zur Statistik des Spiels in Nürnberg.

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