Title: Mittwoch(t): Ricky, das ewig junge Wunderkind
Author: Jörg Bähren
Published: 4. Februar 2026

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# Mittwoch(t): Ricky, das ewig junge Wunderkind

 Veröffentlicht am 4. Februar 2026 von [Jörg Bähren](https://www.phoenix-hagen.de/author/joerg-baehren/)

Wir mögen Würzburg. Wirklich. Das hat nicht einmal sportliche Gründe. Immerhin liegt
das letzte Aufeinandertreffen mit den Franken bereits fast zehn Jahre zurück. Am
30.10.2016 ging das bis dato fünftletzte BBL-Spiel der Phoenix-Historie über die
Bühne. Auch wenn **David** **Bell** seinerzeit brutale 31 Punkte und zwölf Assists
auflegte, zogen die „Feuervögel“ gegen **Jake** **Odum** (Hand hoch, wer sich noch
an ihn erinnert) – der mit 34 Zählern und je acht Boards sowie Vorlagen nur knapp
am Triple-Double vorbeischlitterte – in der Ischelandhalle mit 89:99 den Kürzeren.

Ehrlich. Wir mögen Würzburg. Immerhin wechselte vergangenen Sommer mit **Fabian****
Bleck** ein „Hagener Jung“ vom Main zurück in die Heimat, nachdem er zuvor mit den
Baskets bis ins Playoff-Halbfinale vorgedrungen war. Ihm folgen sollte im Verlauf
der aktuellen Saison mit **Ryan** **Schwieger** ein vielseitiger Flügel, über den
sie in Nowitzki-Town ausnahmslos Gutes zu berichten hatten.

Nochmal. Wir mögen Würzburg.

Unlängst absolvierten die Franken zwei Heimspiele binnen 72 Stunden, bei denen –
teils durch die gelb-blaue Brille betrachtet – allerdings jeweils der Gegner im 
Fokus stand. Im packenden [Frankenderby](https://www.easycredit-bbl.de/spiele/2004146#boxscore)
gegen Bamberg tauchte im Fanblock der „Freaks“, traditionell rot gekleidet und mit
entsprechenden Utensilien ausgestattet, eine HAGEN-Fahne auf. So war Phoenix unverhofft
oft in der Dyn-Übertragung bestens präsent, was Kommentator **Florian von Stackelberg**
merkliche Pausen der Verwunderung in seinem sonst reibungslosen Redefluss abrang.

Das Highlight jedoch ereignete sich am Dienstagabend (03.02.2026) in der Basketball
Champions League, als die Truppe von Coach **Sasa** **Filipovski** auf Joventut 
Badalona traf. Dass mit **Cam** **Hunt** ausgerechnet ein ehemaliger Würzburger 
den Gamewinner zum [85:83-Sieg](https://www.championsleague.basketball/en/games/131677-WUE-CJB)
der Iberer versenkte, setzte der nervenzerreißenden Schlussphase die dramaturgisch
passende Krone auf. Doch vielmehr war es der Rest des Badalona-Kaders, der das Basketballer-
Herz höher schlagen ließ. Und der perfekte Beweis dafür ist, welch absolute Hochkaräter
in einem Wettbewerb wie der BCL unterwegs sind.

**Ante** **Tomic**, **Adam** **Hanga**, **Ludde** **Hakanson** … und vor allem: **
Ricky** **Rubio**! Korrekt, jener spanische Point Guard, der immer noch aussieht
ein kleiner Lausbube, der sich maximal daran erfreuen kann, dem Gegenspieler von
hinten den Ball aus der Hand zu schlagen. Genau der Ricky Rubio, der mit seiner 
filigranen und eleganten Art jene goldene Generation dirigiert hat, die gefühlt 
jeden Sommer um einen internationalen Titel mitspielte. Weswegen in seinem Kinderzimmer
eine Olympia-Silbermedaille (2008, Peking) an der Wand hängt, er sich zweifacher
Europameister (2009, 2011) sowie Weltmeister (2019) nennen darf.

Rubio mit seinen mittlerweile 35 Lenzen auf hohem Level spielen zu sehen, tut auch
deswegen der basketballerischen Seele gut, da der sich offen über die mentale Belastung
des Profidaseins geäußert hat und seinerzeit bewusst den Schritt aus der NBA zurück
in die spanische Heimat entschied. Bei Joventut schließt sich nun für ihn der Kreis.
An jenem Ort, wo ihn einst anno 2008 das großartige SLAM Magazin besuchte, ihn gemeinsam
mit Brandon Jennings aufs Cover packte und über das Duo bedeutungsschwanger „Future
Shock“ titelte. Die Story über ihn selbst erhielt die Überschrift „El Prodigio“ –
das Wunderkind. Damals war er noch ein Teenager. Einer, auf den plötzlich die gesamte
Welt schaute, um ergründen zu wollen, wie gut er wirklich sein könne. **Lang** **
Whitaker**, SLAM-Chefschreiber, durfte damals nicht persönlich mit Rubio sprechen,
dafür aber still Mäuschen spielen und über das Gesehene berichten.

Fast so wie es all denjenigen ging, die an jenem Dienstagabend nicht in der Halle
sein konnten, um einen der größten europäischen Point Guards aller Zeiten noch einmal
live spielen zu sehen. Noch einmal vor der Mattscheibe sitzen, dem Basketball-Gott
für dieses Geschenk des internationalen Wettbewerbs danken, und genießen, mit welch
spitzbübischer Freude das ewig junge Wunderkind das Rad der Zeit zurückdrehte. Der
einstige „Future Shock“ ist in der Gegenwart angekommen und ruft ins Bewusstsein,
wie schnell 18 Jahre verfliegen.

Und wie gern auch wie wieder gegen Würzburg spielen möchten.

Die mögen wir nämlich. Wirklich.

## Mittwoch(t)

Es gibt so viele Geschichten rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden
wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse
geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement 
Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(
t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.

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