Title: Mittwoch(t): Keine Gnade
Author: Jörg Bähren
Published: 18. März 2026

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# Mittwoch(t): Keine Gnade

 Veröffentlicht am 18. März 2026 von [Jörg Bähren](https://www.phoenix-hagen.de/author/joerg-baehren/)

Wer in den Neunzigern in der NBA die Meisterschaft gewinnen wollte, musste erst 
an **Michael** **Jordan** vorbei. Umso tragischer, dass in den Jahren 1994 und 1995,
während MJ seine kleine Baseball-Auszeit nahm, mit den Houston Rockets ausgerechnet
ein Team aus der Western Conference die Larry O-Brien-Trophäe nach oben recken durfte.
Nicht die Pacers. Nicht die jungen Wilden aus Orlando. Und auch nicht die in der
Wendy City so verhassten New York Knicks.

Apropos: Knicks. Unter der Ägide von Pat Riley waren die Jungs aus dem Big Apple
nie darum verlegen, den Bulls bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu zeigen, dass
sie sich keine Schwäche leisten durften. New York war immer da, immer bereit, um
jede kleine Schwäche Chicagos zu bestrafen.

So geschehen am 10. März 1996, als die Knickerbockers im legendären Madison Square
Garden mit [104:72](https://www.espn.com/nba/boxscore/_/gameId/160310018) über die
Bullen hinwegfegen. Zwar legt Jordan 32 Punkte auf, leistet sich allerdings auch
sieben Ballverluste und kommt gemeinsam mit **Scottie** **Pippen** auf so viele 
Turnover wie New York als gesamtes Team (11). „Das war heute nicht einfach eine 
Niederlage“, wird der Größte aller Zeiten anschließend von der Presse zitiert. „
Selbst als das Spiel schon durch war, sind sie uns weiter an die Kehle gegangen 
und haben keine Gnade gezeigt.“

Es ist genau dieser Killerinstinkt, der ab Mai gebraucht wird. Im Phoenix-Büro steht
seit geraumer Zeit an einer Tafel: „We’re not f***ing done yet!“ Der Spruch wird
erst weggewischt, wenn zweimal drei Playoff-Spiele gewonnen wurden. Egal gegen wen.
Egal unter welchen Umständen. Egal ob daheim oder auswärts.

Ob mit 32 Zählern Differenz und völlig verdient oder dreckig und unverdient mit 
einem schmalen Pünktchen Vorsprung. Ein Sieg ist ein Sieg, und schlussendlich wird
niemand danach fragen, wie dieser zustande gekommen ist. Es kann, es wird sicherlich
auch Rückschläge geben. Damit muss gerechnet werden. Die Frage, die jeder für sich
im Umgang damit wird beantworten müssen: Was macht das mit dir?

Im Office und in der Mannschaftskabine wird das niemanden komplett aus der Bahn 
werfen. Playoffs bedeuten, keine Gnade zu zeigen. Bedeuten Nachtschichten am Taktikbrett
und vor dem Rechner. Bedeuten die über Monate eingeschliffenen Routinen abzurufen,
wie groß die Erschöpfung auch sein mag. Bedeuten dem Gegner jeden Tag, jede Stunde,
jede Minute wissen zu lassen, dass er über sich hinauswachsen muss, um Phoenix aus
dem Weg zu räumen. Bedeuten dem privaten Umfeld zu vermitteln, dass dieser Ausnahmezustand
endlich ist. Bedeuten alles hinten anzustellen, was davon ablenkt, ans absolute 
Maximum gehen zu können. In dem Wissen, dass eine vor fünf Sommern formulierte Vision
nun Realität werden kann.

Lasst sie kommen … denn sie wissen nicht, mit wem sie sich anlegen.

**Mittwoch(t)**

Es gibt so viele Geschichten rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden
wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse
geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement 
Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(
t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.

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[Podcast: Martin Schmidt zu Gast in der „Sportstunde“](https://www.phoenix-hagen.de/podcast-martin-schmidt-zu-gast-in-der-sportstunde/)

[Zeitreise und Herausforderung: Phoenix gastiert endlich wieder in Köln](https://www.phoenix-hagen.de/zeitreise-und-herausforderung-phoenix-gastiert-endlich-wieder-nach-koeln/)