Title: Mittwoch(t): Du kannst sie nicht alle retten
Author: Jörg Bähren
Published: 11. September 2024

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# Mittwoch(t): Du kannst sie nicht alle retten

 Veröffentlicht am 11. September 2024 von [Jörg Bähren](https://www.phoenix-hagen.de/author/joerg-baehren/)

Es ist ein Lebenswandel, von dem viele nur träumen. Der nur wenigen möglich ist.
Der Opfer erfordert. Zahlreiche. Freie Wochenenden sind rar. Lange Abende gehören
zum guten Ton. Die räumliche Trennung von den Liebsten ist ein zu akzeptierender
Preis. Und doch ist die Karriere als Profi eine, von der so viele Kinder und Jugendliche
träumen. Der Weg dahin ist steinig, von zahlreichen Hürden, fremdgesteuerten Entscheidungen
und stundenlanger Arbeit abseits des Scheinwerferlichts gesäumt. Einmal am Ziel,
geht es meist darum, dem Erreichten alles unterzuordnen, um den Status Quo zu halten.

Doch ist das wirklich alles? Da muss doch noch mehr sein. Mehr als Basketball?!

Der Tag hat bekanntlich 24 Stunden. Mehr als genug Zeit, um zu trainieren, um sich
zu erholen, um Videos zu analysieren, um Regenerations-Einheiten zu schieben. Um
einen erholsamen Schlaf zu finden, und je nach Gusto auch nachmittags noch ein Nickerchen
zu machen. Um sich gesund und ausgewogen zu ernähren, um Fußpflege zu betreiben 
und zum Barbier zu gehen.

Und selbst dann ist noch Raum, um … viel Musik zu hören.

Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt ein komplettes Album gehört? Ganz bewusst. 
Von Anfang bis Ende. Ohne sich ablenken zu lassen. Oder sich zumindest über eine
Band, einen einzelnen Künstler ausgetauscht?

So geschehen auf einer Fahrt von Köln nach Hagen. Die ProA hatte zum Media Day in
die Domstadt geladen, Phoenix war dem Ruf selbstredend gefolgt. Drei Sets für Fotos,
Videos und Interviews war alles im Kasten – ab nach Hause. Zwei Kerle im Auto. Als
Aufhänger für das Gespräch dient eine Frage, die seitens der Liga für ein Social
Media-Format gestellt wurde: Bei wem entschuldigen sich **Outkast** in einem ihrer
Songs? Richtig … er wollte die Tochter nicht zum Weinen bringen.

Es herrscht Einigkeit darüber, dass „Ms Jackson“ nicht das beste Lied ist, das Big
Boi und Andre3000 je herausgebracht haben. Ob nun „Elevators“ oder „Rosa Parks“ –
einer von beiden muss es dann aber schon sein.

Daraus ergibt sich folgendes Gedankenspiel: Auf der Erde schlägt der Blitz ein und
alle Musik wird auf immer vernichtet. Gelöscht. Weg. Nicht mehr existent. Du kannst
jedoch drei Künstler mitsamt ihrer Werke retten. Auf wen trifft deine Wahl?

Und los…

Der Beifahrer steckt in einem Dilemma. Er ist in einem sehr musikalischen Haushalt
aufgewachsen. Mit vielen Einflüssen, welche die Generationen umspannen. **James 
Brown** oder **Michael Jackson**, einer von beiden soll’s sein. Beide mitzunehmen,
ließe wiederum zu wenig Spielraum für andere Genres, die ebenfalls auf die musikalische
Arche Noah gehören. Es dauert ein gutes Stück die A1 hinauf, ehe der „King of Pop“
schließlich den Vortritt erhält. Tough Call. Doch sein Erbe, sein Einfluss auf alles
und jeden nach ihm, ist nicht wegzudiskutieren. Und Jacksons Songs lösen ein Gefühl
aus, sobald sie erklingen. Wer das nicht nachvollziehen, nicht spüren kann…

Noch zwei Plätze auf dem gedanklichen Rettungsboot übrig. Ein anderes Genre muss
her. Etwas, das sich in seiner Art und Weise, in Klang und Wirkung von Jackson unterscheidet.
Ein weiteres Feld erschließt. Weltumspannend dafür sorgt, dass die Lautstärke aufgedreht
wird. Eine Melange an individuell gepolten Ansätzen, die mit dem richtigen Maß an
Tempo, Freiraum und Begeisterung füreinander etwas Großes schaffen. Ist die offensichtliche
Wahl wirklich so clever? Oder vielmehr der Gedanke daran Beleg genug, dass **die
Beatles** schlicht und ergreifend … tja, unter anderem in der Lage waren eine Liebeserklärung
an eine Straße zu komponieren, die jeden Feldweg daran glauben lässt, eines Tages
eine prächtige, besungene Allee zu sein.

Zu wissen, dass eines der größten musikalischen Genies aller Zeiten und die Pilzköpfe
bereits an Bord sind, sorgt für eine gewisse Freiheit und Unbekümmertheit bei der
Suche nach dem dritten Kandidaten. Das musikalische Erbe der Menschheit ist schon
jetzt in guten Händen. Da kommt einer, der bereits auf den unterschiedlichsten Hochzeiten
getanzt hat, genau richtig. Der schon immer seiner eigenes Ding gemacht hat. Dabei
unverkennbar ist. Mindestens ein Comeback feierte. Sich nebenbei neu erfand. Spielerisch
den Bogen zu anderen Künstlern und deren Schaffen spannte, ohne sich selbst aufzugeben.
Der über seine eigentliche Profession hinaus in Erscheinung trat, was für andere
undenkbar (und ihnen selbst wahrscheinlich hochnotpeinlich) gewesen wäre. Doch **
Snoop Dogg **hat genau das getan – und wurde so zu einer medialen Ikone der Neuzeit.
Fo shizzle!

Abfahrt „Hagen Haspe“. Die Tour zurück ging flott. Oder war es der gedankliche Austausch,
der die Zeit beschleunigt hat? Völlig egal. Der Moment, die Unterhaltung, das Für
und Wider, nur das zählt. Basketball kann noch ein bisschen warten. Und das ist 
ausnahmsweise völlig in Ordnung.

![Mittwocht 16zu9 01](https://www.phoenix-hagen.de/wp-content/uploads/sites/8364/
2024/07/Mittwocht_16zu9_01.jpg)

**Mittwoch(t)**

Es gibt so viele Geschichte rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden
wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse
geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement 
Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(
t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.

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