Title: Mittwoch(t): Die Welt zu Gast in der Ischelandhalle
Author: Jörg Bähren
Published: 23. Juli 2025
Last modified: 25. Juli 2025

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# Mittwoch(t): Die Welt zu Gast in der Ischelandhalle

 Veröffentlicht am 23. Juli 202525. Juli 2025 von [Jörg Bähren](https://www.phoenix-hagen.de/author/joerg-baehren/)

Zehn Tage völliger Ausnahmezustand in der Rhein-Ruhr-Region. Die FISU World University
Games, ihres Zeichens immerhin das zweitgrößte Multisport-Event der Welt lenkt das
öffentliche Auge auf Deutschland. Auf Nordrhein-Westfalen. Und auch auf Hagen. Natürlich
wird in der „Ische“ Basketball gespielt. Jeden Tag vier Partien. Damen und Herren.
Von der Gruppenphase über die Platzierungsrunde bis hin zu Viertelfinals. Da geht
auf dem brandneuen Junckers-Parkett richtig was ab.

Dabei sind es gar nicht unbedingt (nur) die Geschichten auf dem Feld oder während
der 40 Netto-Minuten, die in Erinnerung bleiben werden. Vielmehr sind es die menschelnden
Begegnungen, welche dafür sorgen, dass alle Beteiligten ein kollektives Gedächtnis
entwickeln, aus dem einzelne Momente niemals zu löschen sind.

Da ist Elmar aus Witten. Der sich als freiwilliger Helfer um all diejenigen kümmert,
die trotz Beeinträchtigungen die Spiele schauen möchten. Sind alle glücklich und
zufrieden, ist er es ebenfalls. Zumindest verrät dies sein verschmitztes Lächeln,
mit dem er selbst am Spielfeldrand Platz nimmt. Meist etwas nach hinten versetzt,
bloß nicht direkt hinter der Bande. Von dort hat er einen besseren Blick aufs Geschehen.
Zückt irgendwann sein Notizbuch, seine Stifte, einen kleinen Tuschkasten. Und bringt
eine Szene, welche sich ihm zuvor in die Netzhaut gebrannt hat, künstlerisch wertvoll
zu Papier.

Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games | 23.07.2025 | Basketball | Germany 
vs Romania – Quarter Finals Men | Ischelandhalle | Hagen | © Leon Tonhäuser / Rhine-
Ruhr 2025

So werden aus Skizzen kleine Gemälde. Ohne dabei eine gewisse Anlehnung an moderne
Graphic Novels nicht zu verlieren. Der Stil nennt sich Urban Sketching. Der Wittener
trifft sich regelmäßig mit Gleichgesinnten, um Dortmund unsicher zu machen und aus
neuen Blickwinkeln markante Plätze der Stadt festzuhalten. Meist erinnern seine 
Bilder an Stillleben. „Mit Bewegungen tue ich mich noch schwer“, sagt Elmar, und
deutet aufs Spielfeld. „Das hier ist eine neue Herausforderung. Die Dynamik ist 
toll, aber mit Stift und Pinsel schwerer festzuhalten.“ Er versucht es dennoch. 
Und gibt kleine Skizzen an die Aktiven weiter. Mit überwältigender Resonanz. Es 
sind kleine Gesten, mit denen niemand rechnet.

Ebenso wenig wie, dass das Young Reporters Program der FISU auf ihn aufmerksam wird.
Einen Schreiber und einen Fotografen schickt, um seine Geschichte zu erzählen. Gleiches
gilt für den WDR, der ihn in die Lokalzeit bringen möchte. Das ist doch richtig 
was fürs Herz. Und hat so gar nichts mit Sieg oder Niederlage zu tun.

**[📃 Story: Sketching The Games](https://rhineruhr2025.com/en/news/sketching-the-games-the-amateur-artist-capturing-the-spirit-of-sport/3Cb1yvuPcCeimWEiMkVcBO)**

Dann schon eher die heftige 62:90-Packung, die Argentinien gegen Taipeh kassiert.
Dabei hatten die Südamerikanerinnen vor Tipoff noch so leichtfüßig zu [„Unwritten“](https://youtu.be/cFFBSSntZgs?si=D_JOil744w7a2nyY)
oder auch „[Seven Nation Army](https://youtu.be/0J2QdDbelmY?si=bUTmt6x1xdn-PoOt)“
getanzt. Damit die ganze Halle angesteckt. Auch die anwesenden Kids des Phoenix 
Sommer Camps, die nach dem Spiel eigentlich nur noch schnell ein Gruppenfoto im 
Mittelkreis machen wollten. Und bei genau diesem Vorhaben plötzlich von den Gauchas
umringt wurden. High Fives hier, spontane Autogramme dort, Selfies überall. Strahlende
Kinderaugen kennen weder Erfolg noch Misserfolg. Darum geht es hier nicht. Basketball
ist Weltsprache genug, um Studentinnen und Kinder zusammenzubringen.

Sport ist eine Sache. Und klar das, worum es im Kern bei diesen World University
Games geht. Doch außen rum passiert so viel, das es festzuhalten und weiterzutragen
lohnt – egal in welcher Form. Dafür braucht es jedoch wache Augen, die bei diesem
Event mehr sehen als teils spärlich besetzte Zuschauerränge.

**Mittwoch(t)**

Es gibt so viele Geschichten rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden
wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse
geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement 
Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(
t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.

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