Title: Mittwoch(t): Auf einen Kaffee mit Luka Doncic
Author: Jörg Bähren
Published: 5. Februar 2025

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# Mittwoch(t): Auf einen Kaffee mit Luka Doncic

 Veröffentlicht am 5. Februar 20255. Februar 2025 von [Jörg Bähren](https://www.phoenix-hagen.de/author/joerg-baehren/)

Der Sonntagmorgen hätte so entspannt werden können. Aufstehen, Kaffee trinken, auf
dem kleinen Balkon stehend die winterlich Kalte Luft genießen, gleichzeitig ein 
wenig Sonne tanken, tief durchatmen. Herrlich. Doch der Konjunktiv spielt nicht 
wie gewollt mit. Statt es ruhig angehen zu lassen, führt die eine Hand die Tasse
zum Mund, die andere das Smartphone ins Blickfeld. Push-Nachricht von Twitter (die
Plattform so zu nennen, macht es erträglicher). Zum Glück ist vom heißen Gebräu 
nicht mehr allzu viel übrig, sonst wäre definitiv mindestens die Hälfte verschüttet
worden. Die Dallas Mavericks haben was getan? Muss ein Scherz sein. Shams, ESPN,
NBC, die Beteiligten Clubs – es gibt zu viele Bestätigungen, um es für eine Ente
halten zu können. Taff … da muss erstmal ein zweiter Kaffee her.

Der Trade zwischen den Taxenern und den LA Lakers (fürs Protokoll: Auch die Utah
Jazz waren beteiligt) erschüttert die NBA. Die medial-seismischen Erschütterungen
sind bis auf den heimischen Balkon spürbar. Das hat niemand kommen sehen. Und belegt,
dass es bei allen Lippenbekenntnissen und teils öffentlichen Bekenntnissen um eins
geht: Ums Geschäft. Dazu gehört, dass die Mavs binnen weniger Stunden nach Bekanntwerden
des Trades rund 750.000 Follower auf Instagram verlieren. Dass die Clubchefs mangelnde
Fitness des Slowenen vorschieben, anstatt die mögliche Vertragsverlängerung im Sommer
und die damit verbundenen 345 Millionen Dollar anzusprechen.

So irrwitzig das Szenario mitsamt der kolportierten Summen auch ist, es hat den 
unweigerlichen Vorteil, dass alle und jeder mitreden können. Die Gehaltsstrukturen
in der NBA sind öffentlich. Wenn es zwischen zwei oder mehr Teams personelle Rochaden
gibt, unterliegen diese Verschiebungen immer einem gestrengen Regelsatz, welcher
durch das Collective Bargaining Agreement definiert ist. Das CBA besagt – grob vereinfacht
formuliert – dass sich der Wert der wechselnden Spieler die Waage halten muss. Was
wiederum in den Tagen und Wochen vor Ende der Wechselfrist die sagenumwobene [ESPN Trade Machine](https://www.espn.com/nba/trademachine)
auf Hochtouren laufen lässt.

Doch was würde passieren, wenn dieser Mechanismus im deutschen Basketball Anwendung
fände? Welche Teams müssten, sollten versuchen sich von bestimmten Spielern zu trennen,
um sich retour zu verstärken? Wessen Playoff- oder Meisterschaftsfenster ist bereits
so klein, dass ein alternder Routinier seinen Platz für hoffnungsvolle Talente räumen
muss? Und welche Spieler besäßen die Macht, eine seltene Veto-Klausel im Vertrag
stehen zu haben? Grüße gehen raus an Behnam Yakhchali, Robin Benzing und Maurice
Stuckey.

Es ist ein nettes Gedankenexperiment, welches selbstverständlich rein theoretisch
bleiben wird. Wenngleich es dazu führt, sich als Betrachter intensiver mit den Mannschaften
auseinander zu setzen. Denn mit jedem Spieler, welcher dem eigenen Team hinzugefügt
wird, müsste mindestens einer auf die gegnerische Seite wechseln. Schon wird die
Bedeutung einer gewachsenen Struktur deutlicher, als auf den ersten Blick vielleicht
vermutet. Ein Kader ist stets ein fragiles Konstrukt, welches behutsamen zusammengesetzt
immense Belastbar- und Leistungsfähigkeit zeigen kann. Doch wird nur ein einziges
Teil ausgetauscht oder ein zusätzliches Puzzlestück hinzugefügt, ändert sich zwangsläufig
die gesamte Statik. Diese im laufenden Betrieb neu auszubalancieren, ohne dass das
bestehende Gefüge zusammenbricht, bedarf großer Umsicht. Und Fingerspitzengefühl.

Und eines Kaffees auf dem kleinen Balkon, um sich das alles in Ruhe durch den Kopf
gehen zu lassen.

![Mittwocht 16zu9 01](https://www.phoenix-hagen.de/wp-content/uploads/sites/8364/
2024/07/Mittwocht_16zu9_01.jpg)

**Mittwoch(t)**

Es gibt so viele Geschichte rund um Phoenix Hagen. Geschichten, die erzählt werden
wollen. Die einen etwas anderen Einblick in den Club und die internen (Denk-)Prozesse
geben. Aus dem Arbeitstitel „Mittwochs-Meinung“ entwickelte sich der „Statement 
Wednesday“ oder auch das „Wort zum Mittwoch“, und letztlich der Begriff „Mittwoch(
t)“. Es ist der etwas andere Angang an Themen, welche das Phoenix-Office umtreiben.

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